Daily Musings

Ruhe

Mir geht es zur Zeit nicht so richtig gut. Ich bin sehr müde, was aber eher den Vorgängen in der Welt geschuldet ist, als einer wirklichen Krankheit. Heute Morgen dachte ich noch, komm, geh ein wenig in den Garten und zupfe Unkraut und fege Laub. Habe ich auch, allerdings bin ich tief besorgt. Die Kastanien sind nur sehr klein, der Baum hat extremen Moniermottenbefall, die drei Vogelbeer Bäume in der Nachbarschaft tragen dieses Jahr überhaupt keine Früchte. Überhaupt ist dieses 2020 ein äußerst unerquickliches Jahr.

Gestern musste dann auch noch die Holzlieferung verschoben werden, weil der Laster einen Unfall hatte. Freitag soll es nun kommen. Wenn es bloß schon alles unter Dach wäre, es ist immer so ein Aufwand, zu dem erschwerend hinzu kommt, das mir was in den Knochen steckt und auf dem Gemüt lastet.

So war die Stimmung, als ich nach der Gartenarbeit ins Haus kam und in den Nachrichten von den Feuern in Moria las. Da wurden meine eigenen Probleme sehr sehr klein. Diese armen Menschen. Da muss endlich was passieren, die Menschen müssen endlich Aufnahme finden und nicht 20 oder so, nach zwei Jahren Verhandlung, sondern alle und zwar unbürokratisch sofort.

So, nun gehe ich erst einmal ins Bett und mache eine lange Mittagsstunde. Mir wird gerade alles zuviel.

Karin Braun, Jahrgang 1957, geboren in Pinneberg. Floh die Kleinstadt schnell. Es folgten kurze Auflüge in verschiedene Berufe, um schließlich beim Schreiben zu landen. Karin Braun lebt in Kiel und arbeitet als Autorin, Literaturbloggerin, Herausgeberin – kurz: sie macht was mit Büchern.

4 Kommentare

  • Gudrun

    Ich kann dich gut verstehen, denn mir geht es ähnlich. Und wenn ich manche Kommentare lese unter den Beiträgen, dann möchte ich auf die letzte Nordseeinsel ziehen oder ins hinterletzte Dorf. Da sind Frauen, auch Mütter, die offensichtlich kein Mitleid haben und sich noch stark und groß fühlen. Nein, es sind nicht alle, bei Weitem nicht. Aber offensichtlich finden sie viel Gehör.
    und dann gibt es auch noch einpaar andere Dinge, die mir auf den Magen geschlagen sind und mit denen ich schwer fertig werde.
    Es ist schade, dass ihr so weit weg wohnt. Am Freitag könnte ich zwar kein Holz schleppen , aber ich kann ein feines veganes Kartoffelsüppchen kochen, zur Stärkung und zum Trost.
    Deine Zeitschrift ist angekommen. Herzlichen Dank

    • Karin Braun

      Die Kommentare tue ich mir schon gar nicht mehr ab.
      Ein Kartoffelsüppchen wäre eine sehr feine Sache. Danke für die Idee. Solches werde ich heute sofort vorkochen.
      Ich hoffe die Zeitschrift gefällt dir. Ich musste bei dem Rheumaartikel an dich denken. Alles Liebe

      • Gudrun

        Liebe Karin, es hat mir sehr geholfen.
        Manchmal nimmt man Medikamente und glaubt, dass nun alles wieder gut wird. Es ist nicht alles hellbar und meistens hat es auch Nebenwirkungen. Ich warschrecklich müde und wollte gar nichts mehr nehmen. Das war gar nicht gut. Auch in der Zeitung stand, das es ohne diese Medikamente nicht geht, dass die dauerhaften Entzündungen mich kaputt machen würden. Nun spritze ich halt wieder und es geht mir besser. In derZeitung stand genau das, was mein Rheumatologe mir auch gesagt hat. Alles zusammen hat mich wieder geerdet.

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