Daily Musings

Reingelesen

Wir feiern Silvester eigentlich nie. Selbst in meiner wilden Jugend (ja, ich hatte eine), war ich nie die Partymaus. Silvester schon einmal gar nicht. Fröhlich sein, weil es die Jahreszeit oder ein Feiertag vorgibt, nöö. Auch hatte ich immer das Gefühl, dass Silvester eher dazu ist noch einmal in Ruhe das alte Jahr Revue passieren zu und dann gehen zu lassen. Gestern war es im Hause Braun noch ruhiger als sonst zum Jahreswechsel. Ein kleiner Austausch von guten Wünschen mit Freunden und Familie, danach lecker Maultaschen und Kartoffelsalat, von kundigen, schwäbischen Männerhänden gefertigt, ein Spaziergang um die Hörn und dann zu Bett und lesen. Also sind wir lesend ins neue Jahr, wie es sich für einen literarisch geprägten Haushalt gehört.

Heute Morgen habe ich schon mal das neue Tagebuch und den Kalender in Betrieb genommen. Ein Morgenritual, was ich mit in 2021 nehme, ist das Schreiben von Morgenseiten. Es hilft mir den Kopf frei zu kriegen und das ist ja nicht verkehrt.

Vorsätze fürs neue Jahr habe ich keine. Neugierig bin ich allerdings mehr als sonst, was es uns 2021 bringen wird. Erst einmal freue ich mich auf die Arbeit am Sagenbuch. Zum Jahresabschluss gab es noch eine feine Rezension zu „Es war einmal … und ist noch immer“. Claudia Schmid schrieb im Kriminetz:

»Es war einmal« ist der typische Beginn eines Märchens. Karin Braun und Gabriele Haefs haben eine Sammlung mit Märchen herausgegeben, die untypisch sind und deshalb besonders viel Spaß beim Lesen bereiten. So muss es nicht immer ein Mann sein, der als Belohnung für seine Heldentaten die Prinzessin samt Reich erhält. Herkömmliche Märchen sind im Kern oft konservativ. Die beiden Herausgeberinnen haben welche ausgesucht, die Ihrem Geschmack entsprechen. Und der scheint wohl ziemlich gut zu sein. Sie haben »Autorinnen und Autoren gefragt, von denen wir sicher waren, dass sie etwas Gutes in der Schublade hatten oder schreiben würden, und Texte von solchen ausgesucht, die wir nicht mehr fragen können, die aber wunderbare Dinge hinterlassen haben.«

Herausgekommen ist dabei der vorliegende Band. Nach der belehrenden Moral von der Geschichte und dem erhobenen Zeigefinger sucht man in der Regel vergebens, dies schmälert das Lesevergnügen jedoch keineswegs. Dafür entdeckt man Magie und ErzählerInnenlust. Interessant und unterhaltsam zu lesen!

Es war einmal und ist noch immer | Kriminetz

Alles Liebe

Karin Braun, Jahrgang 1957, geboren in Pinneberg. Floh die Kleinstadt schnell. Es folgten kurze Auflüge in verschiedene Berufe, um schließlich beim Schreiben zu landen. Karin Braun lebt in Kiel und arbeitet als Autorin, Literaturbloggerin, Herausgeberin – kurz: sie macht was mit Büchern.

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