Daily Musings

Hamburg Blues

Gestern waren wir also in Hamburg, die Gören besuchen. Ein halbes Jahr ist es her, dass ich meine Tochter und die Mädchen gesehen habe. Also haben Herr Braun und ich uns auf den Weg gemacht, sind wie immer am Dammtor ausgestiegen und durch Planten & Blomen zur U-Bahn Messehallen. U-Bahn Stationen sind schon zu normalen Zeiten ein Graus für mich, ich empfinde sie als trostlose und unsichere Orte. Warum so genau, kann ich nicht einmal benennen. Das nun noch so gut wie alle, denen mensch begegnet, maskiert sind, trug nicht dazu bei, dass ich mich besser oder behaglicher fühle. Um es gleich vorweg zu nehmen, es geht hier nicht darum den Nutzen der Masken in Frage zu stellen, sondern einzig und alleine darum, was ich in mitten von Menschen, deren Mimik ich nicht wahrnehmen konnte, empfunden habe.

Nun mag es sein, dass es auch einfach Gewohnheit ist, nur noch die Augen seines Gegenübers zu sehen oder U-Bahn zu fahren. Ich benutze so gut wie nie öffentliche Verkehrsmittel, da ich hier in Kiel alles was ich brauche gut zu Fuß erreiche und seit Corona ohnehin nur noch selten ausgehe. Mir jedenfalls hat der Ausflug nicht gut getan, obwohl es so schön war meine Kinder zu sehen, endlich einmal wieder nicht nur zu telefonieren oder via Whats app zu kommunizieren, was wir ja mehrmals die Woche tun.

Schon unter normalen Bedingungen überfordert mich ein Ausflug nach Hamburg einigermaßen, diesmal ist es besonders schlimm. Ich habe extreme Kopfschmerzen und hatte heute Nacht einen recht heftigen Asthma Anfall. Also werde ich heute einen Ruhetag einlegen.

Karin Braun, Jahrgang 1957, geboren in Pinneberg. Floh die Kleinstadt schnell. Es folgten kurze Auflüge in verschiedene Berufe, um schließlich beim Schreiben zu landen. Karin Braun lebt in Kiel und arbeitet als Autorin, Literaturbloggerin, Herausgeberin – kurz: sie macht was mit Büchern.

2 Kommentare

  • Gudrun

    Ach Karin, ein bisschen kenne ich dich ja nun und weiß, dass dir so eine Fahrt viel abverlangt. Ich finde es bewundernswert, dass du dich ohne zu zögern aufgemacht hast, als deine Tochter dich brauchte. Erhol dich gut.

    • Karin Braun

      Ja natürlich mach ich mich auf den Weg, wenn mein Kind mich braucht. Kann ihr von hier aus schon wenig genug helfen, außer ihr zu hören und, wenn um Rat gefragt, einen geben. Es geht heute schon ein wenig besser.

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