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    Kalt

    Während mich die zunehmende Kälte im täglichen Allerlei deprimiert und mir gewaltig unter die Haut geht, habe ich mich über die meteorologische sehr gefreut. Wir haben einen schönen Spaziergang über den Südfriedhof gemacht. Während ich so vor mich hinging, wurde mir bewusst, warum ich so gerne auf Friedhöfen spazieren gehen. Es ist enge Miteinander von Leben und Tod. Einerseits die Gräber und die auserzählten Geschichten, derer die dort ruhen und andererseits, wimmelt, raschelt, zwitschert, sprießt und blüht es, dass es eine Pracht ist.

    Wieder zurück wartete die Arbeit. Obwohl ich immer noch durchhänge, war es ein produktiver Tag. So lange es mir gelingt eine gewisse Tagesroutine aufrecht zu erhalten, werde ich wohl nicht ganz in der Depression versinken. Nur habe ich verdammt nah am Wasser gebaut und das nervt.

    Unter anderem habe ich eine Rezension zu einem wundervollen Buch geschrieben. Das Eis-Schloss von Tarjei Vesaas hat mich so tief berührt. Hier geht es zur Besprechung:

    Das Eis-Schloss von Tarjei Vesaas – Kabra liest (kabra-liest.de)

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    Wikinger und Chutney

    Sagas aus der Vorzeit – Band 2: Wikingersagas – Kröner Verlag (kroener-verlag.de)

    Im Hause Braun geht es voll multikulti-crossover-bunt zu. Heute kamen die letzten beiden Bände der Sagas aus der Vorzeit, Herausg. Rudolf Simek, auf die ich mich schon einige Zeit freue. Den 1. Band habe ich bereits gelesen und im Bücherblog darüber geschrieben.

    Sagas aus der Vorzeit – Herausg. Rudolf Simek u. a. – Kabra liest (kabra-liest.de)

    Doch bevor ich mich literarisch in den Norden aufmache, habe ich in Japan und China zu tun. Kai Vogelsangs Buch, habe ich gestern angefangen und war sofort angetan.

    Kulinarisch wurde es heute indisch. Wir haben Äpfel geschenkt bekommen und da wir schon reichlich süßes Apfelmus haben, habe ich mich mal an ein Chutney gewagt. Wenn es so schmeckt wie es riecht, steht ein großer Genuss ins Haus. Das Rezept schreibe ich die Tage in den Witchways Blog.

    So, nun noch ein wenig den Besen schwingen. Ein wenig Ordnung schaffen, dann unter die Dusche und danach wird es denn ruhig.

    God jul og et fantastisk nytt år

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    Backtag

    Zur Zeit backe ich wieder gerne. Seit den Brownies mit karamelisierten Äpfel, bastele ich an verschiedenen Variationen. Dem Brownies, folgten die Blondies und heute sind es Ostseewellen geworden. Im Grunde wie Donauwellen, nur befinden sich zwischen dem hellen und dem dunklen Teig keine Kirschen, sondern karamelisierte Äpfel und Walnüsse. Mal sehen wie uns das schmeckt.

    Doch es gibt nicht nur kreatives Backen mit Äpfeln, sondern einfaches, nicht minder leckeres Weißbrot. Normalerweise backen wir vollkörniger, aber ich will morgen noch einmal die veganen Welsh Rarebits machen, diesmal mit Weißbrot und Zwiebeln.

    Die Post brachte heute Feines vom Alfred Kröner Verlag. Kai Vogelsangs China und Japan – Zwei Reiche unter einem Himmel, habe ich mir sehr gewünscht und letztlich auch bekommen. Wenn das kein Grund zur Freude ist. Mit so feinem Lesestoff fällt es mir natürlich leicht, den Feierabend einzuläuten und mich in meine Gemächer zu verziehen.

    Habt einen schönen Abend. Falls die Ostseewellen schmecken, werde ich das Rezept morgen im Witchway Blog posten.

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    Esel im Klee von Eimar O’Duffy

    Cuandine, der Held, der uns schon in König Goshawk und die Vögel begegnete ist immer noch unterwegs, seine Aufgabe zu erfüllen. Wir erinnern uns: Der Weizenkönig Goshawk hatte seiner Liebsten Guzzelinda versprochen ihr alle Vögel der Welt zu schenken. Mit geschickter Propaganda wird jede Gegenwehr erstickt und es ist angezeigt einen Held teils göttlicher Herkunft zu schaffen, um diese Aufgabe anzugehen.

    Nun aber zur Fortsetzung und zu unserem Helden Cuandine, der gemeinsam mit dem Reporter Robinson und dem arbeitslosen Mac uí Rudaí auf dem Weg zurück nach Irland ist. Von dort soll die Befreiungsaktion starten. Unterwegs treffen sie auf allerlei Menschen, die ihnen die Welt erklären und Cuandine zu dem Schluss kommen lässt, dass es jede Art von Verrückten braucht, um die Welt zu ruinieren.

    Sowohl König Gohawk und Vögel als auch Esel im Klee entstanden 1926 und sind von einer frappierenden Aktualität. Eimar O’Duffy wird als der Missing Link zwischen Jonathan Swift und Fall O’Brien gesehen, auf jeden Fall hat er mit beiden Büchern eine poetische, lustige, wundervolle, zeitlose Kapitalismuskritik geschaffen, die einfach das Herz erfreut.

    Eine Anmerkungen zu den Anmerkungen. Im Text stolpern wir über viele Namen aus der irischen und englischen Mythologie, sowie über Spitznamen, die im englischen Sinn machen, aber eben nur wenn man der englischen Sprache mächtig ist. Gabriele Haefs, hat diese im Anhang gesammelt, mit entsprechenden Erklärungen versehen und auch Hinweise zur korrekten Aussprache beigeliefert. Danke dafür.

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    Das schöne Leben der Toten von Milena Moser und Victor-Mario Zaballa

    Jeder Mensch, egal welcher kulturellen Prägung, stellt sich irgendwann einmal die Frage: Was geschieht eigentlich nach dem Tod? … und beantwortet sie sich entweder mit: „Keine Ahnung!“ oder nach religiöser, kultureller Prägung. Meistens vermeiden die meisten Menschen es jedoch an den Tod zu denken, wobei dieser doch die einzige Gewissheit im Leben ist. In der mexikanischen Kultur werden die Toten gefeiert, sie werden am Diá de la Muertos eingeladen mit den Lebenden zu feiern. Genau genommen werden sie gelockt, denn die Verbindung zur Welt der Lebenden sind Essen, der Duft von Blumen und Freundschaft.

    Doch es ist nicht nur dieser Tag, es ist diese generell andere, eher freundschaftliche Haltung dem Tod gegenüber, die zu diesem Buch geführt hat. Milena Moser, Schriftstellerin, Schweizerin und seit fünf Jahren in den USA ansessig und Victor-Mario Zaballa, bildener Künstler toltekischer Herkunft , leben zusammen, arbeiten zusammen, sind mittlerweile verheiratet und der Tod ist für sie beide keine abstrakte Möglichkeit in ferner Zukunft, sondern täglich präsent, denn Zaballa hat mehrere lebensbedrohliche Erkrankungen, die ihn weder in seiner Kreativität noch in seiner Lebensfreude behindern. So gestaltet er regelmäßig auf der SomArt in San Francisco einen Altar zum Dia de los Muertos und auch im Hause Moser-Zaballa werden die lieben Verstorbenen an diesem Tag mit Essen, Liebe und Blumen gelockt, einen Abend mit den Lebenden zu verbringen. Die Toten müssen gelockt werden, denn ihnen geht es nach mexikanisch/toltekischer Auffassung sehr gut in einer der vielen Jenseitsmöglichkeiten.

    Es ist ein heiteres Buch, über Freundschaft, Liebe und Tod und alles was das Leben sonst noch ausmacht. Es kein langes Buch, gerade einmal 128 Seiten, illustriert mit Fotos von Victor Zaballas Altären und Zeichnungen, doch es ist auch ein gehaltvolles Buch und ein tröstendes. Ich kann es nur empfehlen.

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    Mythos Labskaus – eine kulinarische Kulturgeschichte von Jens Mecklenburg & Gabriele Haefs

    Labskaus! Das Gericht ist eine Legende und es war sicher schon lange überfällig, dass ihm ein eigenes Buch gewidmet wurde. Jens Mecklenburg, Nordische Esskultur, und Gabriele Haefs, haben dies nun getan.

    Wer hätte gedacht, dass dieses so trostlos aussehende und doch so wohlschmeckende Mischmasch so vielseitig und so weit bekannt ist. In Wales als Lobsgaws, in Norwegen auch als Labskaus, doch dort sogar in einer hellen und einer dunklen Variante. Sicher es gibt Unterschiede, die einen schwören auf Schweinefleisch, die anderen auf gepökeltes Rindfleisch, man ist sich nicht einig, ob nun Fisch dazu gehört oder nicht oder ob sich gar eine vegetarische Variante als Labskaus bezeichnen darf. Einig ist man sich allerdings, dass es ein wunderbares, nahrhaftes Essen ist und zwar nicht nur für Seefahrer.

    Ein sehr empfehlenwertes Buch, sehr schon aufgemacht, gut geschrieben und fein illustriert von Till Lenecke.

    Rezepte enthält es auch und erschienen ist es im KJM Buchverlag, ISBN 978-3-96194-113-1, Preis: 20,00 €

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    Das war der Dienstag

    Das war also der Dienstag. Heute hatte ich wahrlich gut zu tun. Erst Naturheilverein Sitzung, dann Cannabis Sprechstunde und danach noch ein wenig Büro für den Verein. Nun bin ich daheim und warte darauf, dass der Liebste mir das Essen serviert. Keine Angst, er muss sich nicht zu Tode schuften in der Küche. Den Weißkohl habe ich gestern bereits vorgekocht.

    Am 29.10.2020 um 18:00 werden Gabriele Haefs und ich im NZN, Königsweg 25, 24103 Kiel aus unserem Märchenbuch lesen. Das wird fein. Ich freu mich darauf. Es wird eine kleine, aber ich bin mir sicher, feine Lesung mit Musik von Viktor Braun.

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    Küchentag

    Das Foto und die Überschrift haben wahrlich nichts miteinander gemein. Aber das macht ja nichts. Es ist gestern Morgen so gegen 06:30 entstanden, da war ich nämlich spazierendenken. Muss ja auch manchmal sein.

    Nun aber zur Überschrift. Der Montag scheint sich wahrlich zum Küchentag zu entwickeln. Da ich Dienstags in Sachen Naturheilverein unterwegs bin, koche ich gerne vor. Außerdem sind die Brotaufstriche in der Regel alle und neue müssen kreiert werden. Also habe ich für heute Abend eine Zwiebelsuppe gekocht, für Morgen Weißkohl, außerdem einen Marzipanaufstrich a la India und einen Paprika-Nuss-Aufstrich fertig gemacht. Vorher war ein kleiner Großeinkauf fällig. Nun sind die Schränke wieder voll und lecker Essen ist auch da. Kann gar nicht besser sein.

    Nun werde ich aber mal langsam den Feierabend einläuten. Das Buch, das auf mich wartet, findet ihr in der Seitenleiste. Heute Morgen habe ich Stadt Land Raub von Marcie Rendon, Übersetzer Jonas Jakob, ausgelesen und hier besprochen. Sehr empfehlenswert.

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    Sonntagsfreuden

    Es ist noch mal sonnig und warm genug, so konnten wir auf der Terrasse frühstücken und nun geht es gemütlich weiter. Eigentlich wollten wir uns heute auf eine Fastenwoche vorbereiten, aber ehrlich gesagt, kann ich mich nicht durchringen. Besonders der Kaffeeverzicht würde mir dieser Tage extrem schwerfallen, also bleibt es bei Intervallfasten, bei dem ich die letzten Wochen reichlich geschlunzt habe.

    Für einen ruhigen Sonntag spricht auch, dass ich gerade soviele neue Bücher habe. Gestern Abend wollte ich nur einmal kurz in Tschingis Aitamtows „Du meine Pappel im rotem Kopftuch“ reichschauen und habe es gleich halb durch gelesen. Was für ein Schriftsteller. Ich bin nie in Kirgistan gewesen, doch Aitmatow lässt die Landschaft und die Menschen von denen er erzählt so lebendig werden. Wunderbar.

    Habt es fein

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    Herbstgeräusche

    Das es Herbst wird merke ich nicht nur an den sinkenden Temperaturen und am veränderten Licht, sondern auch an den herbsttypischen Geräuschen rund ums Haus. Der Besen auf dem Pflaster, damit sich dort nicht erst zuviel Laub sammelt, Nachbar Torben der Holz sägt und unser Hausbesitzer der an meiner neuen Wohnung arbeitet. Letzteres scheint auf den ersten Blick nicht besonders herbsttypisch, ist es aber irgendwie doch. Denn es geht auch für A. nach innen und die Arbeiten rund ums Haus ruhen erst einmal.

    Vorhin habe ich einen kurzen Blick in meine zukünftige Behausung geworfen und es gefällt mir, besonders, dass ich dort eine Wohnküche haben werde, mit einer Terrassentür und mit Blick in den Garten. Sicher alles ist sehr viel kleiner, aber damit werde ich schon klarkommen.

    Eben sind wir von unserem Spaziergang zurück, auf dem ich diesen Glücksstein fand. Ich habe ihn nur fotografiert und für jemanden zum mitnehmen liegen gelassen, der oder die es nötig braucht. Denn abgesehen vom Wahnsinn der Welt, bin ich glücklich, mir allerdings auch sehr bewusst, wie fragil dieser Zustand ist. Darum ist mir jeder Moment so wertvoll.

    Letzten Sonntag haben wir diesen feinen Bücherschrank zwei Straßen weiter entdeckt. Heute habe ich gleich mal Bücher hingebracht, die ich nicht mehr brauche. Natürlich wanderten auch zwei Bücher aus dem Schrank in meinen Rucksack. Aber das ist in Ordnung, wenn ich sie ausgelesen habe, weiß ich ja wo ich sie hinbringen kann.