• Daily Musings

    Zurückgezogen

    Zur Zeit bin ich sehr für mich. Nicht dass es mich stört, ich bin gerne allein. Wie schön öfters erklärt, allein sein und einsam sein, ist nicht dasselbe. Gerade denke ich viel darüber nach, wieso ich den Kontakt nach außen nicht so sehr brauche. Viktor meinte, wenn man mich in Gesellschaft erlebt, würde man nie drauf kommen, wie introvertiert ich im Grunde bin. Auch darüber musste ich nachdenken. Auf den Punkt gebracht hat es Daniel Radcliffe.

    Danke dafür! Habe ich auf Facebook gefunden, wo es sonst, im Großen und Ganzen recht öde ist.

    Die neue Woche hat begonnen und ich dümple so ein wenig vor mich hin. Heute brauche ich nur arbeiten, wenn ich wirklich will. Sonntag und Montag sind meine freien Tage.

    Habt es fein.

  • Kurzgeschichten,  Rezensionen

    The Horseman’s Word – Schottische Storys

    http://songdog.ch/buch-detail/the-horsemans-word-schottische-storys.html

    Zum Foto. Das Buch liegt im schottischen Original und in der deutschen Übertzung von Gabriele Haefs & Julian Haefs vor – erschienen ist es im Songdog Verlag Bern/Wien.

    Brian McNeill hat die Geschichten in diesem Buch seiner Heimatstatdt Falkirk und deren Umgebung gewidmet und der Sprache, die dort gesprochen wird. Es ist eine Reise durch die Jahrzehnte, da ist, die nahezu an Thomas Hardy erinnernde Titelgeschichte „The Horseman’s Word“ (Das Wort des Pflügers) die um 1913 herum spielt, gefolgt von „Bitte Auffordern“ (Take your partners) in der der Autor in das Falkirk von 1955 springt und so geht es weiter bis 2016, wo Scraps – The Fighter of many battles, sein letztes Gefecht kämpft. Diese Geschichte ist aus der Sicht des Katers Scraps erzählt, den Leser!nnen von Brian McNeills Büchern bereits aus „In the grass …“ (Schlange am Busen) kennen.

    Das der Autor dieser Geschichten Musiker ist, merkt man an jedem Satz. Jede Geschichte hat ihre eigene Melodie und diese hallt nach. Diesen Sprachrhytmus, ganz zu davon schweigen, den Dialekt ins Deutsche zu übertragen, ist wunderbar gelungen. Julian Haefs, der, wie er schreibt „von seiner ehrwürdigen Tante Gabriele angestiftet wurde“, sich an den Übersetzungen zu beteiligen, hat sich ausgezeichnet bewährt. Für Shaft (1979) hat er genau den richtigen Ton getroffen.

    Fazit: Unbedingt lesen

  • Daily Musings

    Normalität?

    Ein Wunsch, der dieser Tage oft ausgesprochen wird – ich nehme mich da nicht aus – ist der Wunsch nach Normalität. Alles soll wieder normal sein, wie es einmal war, vielleicht ein wenig besser. Doch was ist das eigentlich: Normalität?

    Wenn ich näher darüber nachdenke, jedenfalls in Bezug auf mein Leben, auf meinen Alltag, ist Normalität das Leben mit der Veränderung und ein permanetes Dreinfinden in das Neue. Sicher, nicht jeden Tag im selben Maße, aber doch ist immer etwas anders, Routinen die über einen Zeitraum dienlich waren, funktionieren nicht mehr, Regeln die gestern galten, sind heute nicht mehr gültig, und ich glaube das ist gut so.

    Vielleicht sollten man Normalität nicht als festabgesteckten Rahmen, mit starren Grenzen und Regeln verstehen, sondern eher als eine Art Radnabe, ein Ruhepol in der Bewegung. Vielleicht ist Veränderung der Normalzustand, was wiederum bedeutet, dass es gut ist, geschmeidig zu bleiben, mit der Bewegung zu fließen und sich nicht damit aufhalten imaginäre Grenzen zu verteidigen und sich nach der guten alten Zeit zu sehnen, als die Welt noch in Ordnung war. Einmal war sie das ganz sicher nicht mehr als heute und zum anderen lässt sich nichts zurückholen, was einmal vorbei ist. Eher sollte man sich genau ansehen, was getrost zurückbleiben kann, weil es nicht mehr dienlich ist und was es sich lohnt zu bewahren.

    Vielleicht ist es das, was im Budhismus, mit dem Leben im Hier und Jetzt gemeint ist. Denn die Vergangenheit können wir nicht ändern und die Zukunft lässt sich nicht vorher bestimmen, die hängt von so vielen Faktoren ab, auf die der oder die Einzelne keinen Einfluss hat.

    Alles Liebe

  • Daily Musings

    Leichtigkeit

    Es gibt so Tage, da fliegt einem alles einfach so zu. Alles scheint ganz einfach und vergessen sind die Tage, an denen alles nicht richtig voran kam. Gerade heute ist so ein Tag voller Leichtigkeit. Da kann ich sogar darüber hinwegsehen, dass es so verdammt warm ist.

    Gerade habe ich nach getanem Tagewerk einen VanillaSoya-Kaffee auf der Terrasse genossen und nun werde ich noch die Büde putzen. Kommt nicht so oft vor, dass ich nach der Arbeit noch genug Energie für Hausarbeiten aufbringe. Allerdings schreit der Fussboden gerade zu nach Reinigung und auch das Bad könnte ein wenig mehr Sauberkeit vertragen. Fürs Abendessen habe ich den Pizzateig bereitet, der Rest liegt in den fähigen Händen des Gatten.

    Alles Liebe

  • Schreiben

    Warm schreiben

    Morgens ist es auf der Terrasse noch erträglich, so dass ich mich dort warmschreiben kann. Obwohl ich meistens am Computer schreibe, genieße ich es Notizen und Skizzen erstens mit der Hand zu schreiben. Das geht eben auch draußen. Nach dem Frühstück ist es dort eh zu heiß, da gehe ich dann lieber nach drinnen an den Schreibtisch.

    Heute habe ich viel Drumherum erledigt. Alles was aufhält, aber wichtig ist und erfahrungsgemäß besser im Vorwege erledigt wird.

    Nun ist aber Feierabend. Es gibt Abendessen. Spaghetti al arrabiata.

  • Daily Musings,  Schreiben

    Projektplanung

    Wie heißt es so schön? Nach dem Buch ist vor dem Buch! Gerade ist der Probedruck für „Es war einmal … und ist noch immer“ in Auftrag gegeben, (Bitte drückt die Daumen, dass alles okay ist und keine größeren Änderungen mehr nötig), brutzeln schon die nächsten Projekte und Ideen im Oberstübchen. Nicht nur in dem meinen, sondern auch in dem meiner Mitherausgeberin Gabriele Haefs. Doch bevor dazu was zu sagen ist, dauert es noch etwas.

    Was nun aber nicht heißt, dass ich bis dahin untätig bin. Gestern und heute habe ich alles eingerichtet, die nötigen Nachschlagewerke rausgesucht und ein Notizheft eingerichtet und morgen früh geht es richtig los. Ich freue mich. Heute Abend geht es früh zu Bett, damit ich früh hochkomme.

    Alles Liebe

  • Rezensionen

    Jonny Appleseed von Joshua Whitehead

    Jonny Appleseed, geboren und aufgewachsen in einem Reservat der Oji-Cree, hat wahrlich eine Menge Gepäck. NDN-Glitzerfee, queer, ein Two Spirit, wird er auch im Reservat, das er schließlich verlässt, ausgegrenzt. Er zieht nach Winnipeg und wo er als Sexarbeiter arbeitet. Seine Kunden sind in der Regel Weiße, die einen leicht spirituell verschwurbelten Indiandermythos pflegen und an die gestaltwandlerischen Fähigkeiten Jonnys glauben.

    Das Leben in Winnipeg ist nicht einfach für ihn. Neben dem Alltagsrassimus und der Homophobie, der er ausgesetzt ist, ist das Geld knapp und auch seine Beziehung zu seiner großen Liebe Tias ist kompliziert. Er meidet das Reservat, doch als ein Anruf kommt, dass sein Stiefvater gestorben ist und er zu dessen Beerdigung kommen soll, macht er sich auf den Weg … allerdings muss er erst das nötige Geld für die Reise verdienen. Zwischen Freiern und Beziehung erinnert er sich an seine Kindheit im Reservat, an seine Großmutter und seine Mutter, die ihn maßgeblich geprägt haben, aber auch an die Armut, den Alkoholismus und die Trost- und Ausweglosigkeit, die ihn schließlich dazu gebracht hat zu gehen.

    Jonny Appleseed ist Joshua Whiteheads Debütroman und dazu ein ganz wundervoller. Jonny Appleseed hat mich tief berührt und Joshua Whitehead ist ein Autor, den ich sicher im Auge behalten werde, das Debüt war schon einmal extrem vielversprechend in Hinblick auf zukünftige Werke.

    Das Buch wurde übersetzt von Andreas Diesel

  • Projekte,  Uncategorized

    Doch wieder Writresscorner

    Da bin ich also wieder und zwar mit alter Adresse. Irgendwie werde ich die nicht los und will es im Grunde auch nicht. Allerdings wird es einige Veränderungen geben. Wie genau weiß ich noch nicht. Es wird um Bücher gehen, ums Lesen, Schreiben, Herausgeben und Übersetzen.

    Die letzten Tage habe ich sehr intensiv am Satz der neuen Anthologie gearbeitet, die ich gemeinsam mit Gabriele Haefs herausgebe. „Es war einmal … und ist noch immer“ wird sie heißen. Über ein halbes Jahr haben wir Geschichten gesammelt, übersetzt, lektoriert und schließlich alles in eine druckbare Form gebracht. Gestern habe ich das Cover gestaltet und einen Probedruck vom Buch angefordert. Nun sind wir gespannt, wie der aussieht und ob noch etwas geändert werden muss. Sollte alles okay sein, geht das Buch in Druck und sollte Ende September erscheinen.

    Doch jetzt werde ich erst einmal den Restsonntag genießen.

    Alles Liebe